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Erkunde die Geschichte von Migration, Staatsbürgerschaft und Zugehörigkeit in Deutschland und den USA über die Jahrhunderte.

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1981
Heidelberger Manifest

In den 1980er Jahren erstellen zwei Professoren in der BRD ein Thesenpapier, das als Heidelberger Manifest bekannt wurde. In diesem Manifest warnten sie vor einer vermeintlichen Überfremdung der deutschen Kultur und Sprache und forderten den Erhalt des "deutschen Volkes". Die Thesen wurden als rassistisch kritisiert und markierten die erste wissenschaftliche Legitimierung von Rassismus in der BRD seit 1945.

Verfasst am 17. Juni 1981 von Theodor Schmidt-Kaler, Professor für Astronomie an der Universität Bochum, und Helmut Schröcke, Professor für Mineralogie an der Universität München, wird das Manifest von weiteren fünfzehn Professoren, darunter auch dem damaligen CDU-Bundesminister Theodor Oberländer, unterzeichnet. Es existieren zwei Fassungen: Die erste wird 1981 in rechtsextremen Zeitschriften veröffentlicht und als Flugblatt verbreitet. Aufgrund heftiger Kritik und Vergleichen zur NS-Ideologie folgt eine überarbeitete Version im Januar 1982. Das Hauptziel des Manifests ist die Bewahrung des "deutschen Volkes", das durch die Anwerbeabkommen der frühen 1960er Jahre gefährdet gesehen wird. Der Zuzug von Arbeitsmigrant*innen wird als Bedrohung der "Erhaltung des deutschen Volkes und seiner geistigen Identität auf der Grundlage unseres christlich-abendländischen Erbes" interpretiert. Es wird zwischen als "problematisch" angesehenen und weniger problematischen Zuwander*innen differenziert. Dies erinnert an aktuelle Debatten über gewollte und ungewollte Migrant*innen, wie sie etwa durch Thilo Sarrazins Thesen verbreitet werden. Dies zeigt, dass die Gruppe der nicht-gewollten Migrant*innen je nach politischem Kontext und gesellschaftlicher Stimmung variiert. Die Ideen des Heidelberger Manifests sind nicht neu und erinnern an die "Antisemiten-Petition" von 1880, die von Bernhard Förster und Max Liebermann während der Kaiserzeit verfasst wurde. Damals forderten sie den Ausschluss von Jüd*innen aus Regierungsämtern und die Aufhebung ihrer verfassungsrechtlichen Gleichstellung. Das Heidelberger Manifest spiegelte somit rassistische Tendenzen wider und hatte Parallelen zu historischen und aktuellen Diskursen über Migrationspolitik und kulturelle Identität.
Die Idee des Heidelberger Manifestes ist nicht neu, erinnert sie doch an die sogenannte „Antisemiten-Petition“, die 1880 von dem Lehrer Bernhard Förster und dem Publizisten Max Liebermann während der Kaiserzeit verfasst wurde.
Germany
Sources
  1. Claus Burgkart. Das ‘Heidelberger Manifest’, Grundlage staatlicher Ausländerpolitik.“ In: Meinhardt, Rolf (Hrsg), „Türken raus? Oder Verteidigt den sozialen Frieden. Hamburg: Rowohlt Verlag. 
  2. Jens Mecklenburg. Handbuch Deutscher Rechtsextremismus. Berlin. 
  3. Das Heidelberger Manifest von 1981.  Die Zeit. Auflage Nr. 06.  February 5, 1982.
  4. Apabiz Berlin e.V.: Heidelberger Kreis..
  5. Apabiz Berlin e.V.: Schutzbund für das deutsche Volk (SDV).
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