#BlackLivesMatter (BLM) konnte eine nationale Bewegung gegen die systematische Unterdrückung Schwarzer Menschen von einer Größenordnung anstoßen, wie sie jahrzehntelang nicht mehr da gewesen war.
Die Gründerinnen von BLM, die Schwarzen Community-Organizer*innen Alicia Garza, Patrisse Cullors und Opal Tometi, starteten die Kampagne 2013 als Social Media Hashtag anlässlich des Freispruchs von George Zimmerman im Prozess um den Tod des 14-jährigen unbewaffneten afroamerikanischen Trayvon Martin. Die Organisation erregte internationale Aufmerksamkeit während der Proteste, die der Erschießung des Afroamerikaners Michael Brown durch einen weißen Polizisten in Ferguson, MI folgten. Das Ziel von BLM ist es, Polizeigewalt und rassistische Diskriminierung von Schwarzen Menschen innerhalb des Strafrechtssystems zu beenden. BLM hat Massenproteste sowohl nach einzelnen Vorfällen von Polizeigewalt als auch in regelmäßigen Abständen organisiert, um auf systemischen Rassismus hinzuweisen. Die Organisation hat sich zudem weiterentwickelt und bekämpft Ungerechtigkeiten, mit denen etwa Frauen of Color und andere intersektionale Identitäten innerhalb der afroamerikanischen Community konfrontiert sind. Während ihr Hauptfokus die Schwarze Community ist, hat BLM Empowerment und volle staatsbürgerliche Rechte für alle marginalisierten Gruppen eingefordert und ihre Unterstützung auf andere gesellschaftspolitische Initiativen ausgedehnt. BLMs Fokus und ihre Taktik wurden immer wieder kritisiert. Einige Bürgerrechtler*innen stellten den Einsatz von Massenprotesten und die scheinbar konfrontativen Ansätze in Frage. Präsident Trump und andere Republikaner*innen beschuldigten die Bewegung, generell gegen die Polizei zu sein und die Spannungen innerhalb der Gesellschaft zu verschärfen. Der auf Polizist*innen bezogene Hashtag #BlueLivesMatter wurde verwendet, um BLM und der wahrgenommenen Rufschädigung der Polizei entgegenzuwirken. Die Meinung und die Unterstützung gegenüber der Bewegung variieren je nach demografischer und politischer Zugehörigkeit.Ungeachtet dieser Kritik hat BLM an Einfluss gewonnen. Die Wahlkampfdebatten 2016 zwangen die Kandidat*innen, öffentlich Stellung zu BLM-Themen zu beziehen. Außerdem unterstützte das Nationalkomitee der Demokratischen Partei die Bewegung offiziell, indem es Mütter afroamerikanischer Polizeibeamt*innen einlud, auf seiner Konferenz zu sprechen. Trotz seiner dezentralen Struktur hat sich BLM zu einem Kollektiv von Untergruppen entwickelt und Proteste gegen die Brutalität der Polizei gegenüber Schwarzen Menschen auf der ganzen Welt ausgelöst.
Wer hat das Recht zu protestieren?
Sources
Herstory. Black Lives Matter. Date accessed: July 15, 2018
William Gallo. Democrats Embrace BLM. VOA. JUly 27, 2016. Date accessed: July 16, 2018
Gretchen Livingston and Juliana Menasce Horowitz. How Americans View Black Lives Matter. Pew Research Center. JUly 8, 2016. Date accessed: July 16, 2018