Die Proteste im Standing Rock Reservat gegen die Fertigstellung der Dakota Access Pipeline, auch bekannt als #NODAPL, verdeutlichten den jahrhundertelangen Kampf der Indigenen um Souveränität und Landrechte in den Vereinigten Staaten.
Die Demonstrationen gegen die unterirdische Öl-Pipeline begannen im April 2016, als Jugendliche und Älteste der Lakota das Sacred Stone Protestlager im Sioux Standing Rock Reservat gründeten. Ursprünglich sollte die Pipeline unterhalb von Bismarck, ND, einer hauptsächlich weißen Stadt, verlegt werden. Nach Protesten der Bismarcker*innen wurde die geplante Route jedoch unter dem Missouri River und dem Lake Oahe entlang geführt. Sioux-Mitglieder befürchteten, dass mögliche Ölverschmutzungen die einzigen Wasserreserven der Gemeinschaft gefährden und alte Grabstätten entlang der Strecke entweihen würden. Bis zum Ende des Sommers trafen sich Tausende im Standing Rock Reservat, darunter Vertreter*innen von über 300 indigenen Nationen und Aktivist*innen aus der ganzen Welt. Die Versammlungen der – sich selbst Wasserschützer*innen nennenden - stellten traditionelle Gebetspraktiken in den Mittelpunkt und markierten ein neues Kapitel im indigenen Widerstand in Nordamerika. Die Standing Rock-Proteste gingen über reinen Umweltaktivismus hinaus. Zwar beriefen sie sich auch auf Umweltschutzgesetze um die Pipeline zu stoppen. In erster Linie stützte sich die gerichtliche Klage der Standing Rock Sioux Nation aber auf den National Historic Preservation Act, nach dem die Regierung indigene Gemeinschaften befragen muss, bevor sie Eingriffe in Gebiete genehmigt, in denen heilige Stätten liegen könnten. Indigene Gemeinschaften sahen in der Genehmigung der Pipeline den jüngsten Fall der Aufkündigung ihrer Landrechte und ihres angestammten Erbes durch den Staat (siehe: Verweigerung Unabhängigkeit). Einstweilige Verfügungen durch Gerichte konnten die Bauarbeiten an der Pipeline zunächst stoppen. Im Februar 2017 wurden sie jedoch wieder aufgenommen und im Mai 2017 begann der erste Öltransport. Obwohl sie die Fertigstellung der Pipeline nicht aufhalten konnte, hat die #NODAPL-Bewegung die indigene Bevölkerung und ihre Verbündeten wach gerüttelt und ihre Kämpfe um Souveränität und Umweltgerechtigkeit in den Mittelpunkt des politischen und medialen Interesses gerückt.
Journalist Jonathan Klett stellt Verbindungen zwischen den Ereignissen in North Dakota und denen in Washington D.C. her. Chase Iron Eyes, Kandidat für den US-Kongress aus North Dakota, und Judith LeBlanc, Direktorin der Native Organizers Alliance, sprechen darüber, worum es in diesem Kampf geht.
31. August 2016 – North Dakota – Die #NoDAPL-Wasserschützer*innen, die sich mit den Standing Rock Sioux solidarisiert haben, führten eine gewaltfreie direkte Aktion durch, indem sie sich an Baumaschinen festketteten. Das ist „Happy“ American Horse von der Sicangu Nation, aus Rosebud stammend.