Im Jahr 1884 kamen Vertreter europäischer Staaten, der USA und des Osmanischen Reichs in Berlin zusammen, um ohne das Beisein afrikanischer Repräsentanten über die Kolonisierung Afrikas zu entscheiden. Das deutsche Kaiserreich nahm in Folge das heutige Burundi, Ruanda, Tansania, Namibia, Kamerun, Togo, Papua-Neuguinea und die Marshall-Inseln gewaltsam in Besitz. Später kamen Gebiete im heutigen China, Westsamoa und Mikronesien dazu.
Das Leben in den Kolonien war von Enteignung, Zwangsarbeit, Misshandlungen und Unterdrückung geprägt. Die Menschen wehrten sich durch Arbeitsverweigerung, Flucht, politische Organisierung und bewaffneten Kampf. Beispiele dafür sind der Krieg der Herero und Nama in Namibia, in dem deutsche Soldaten den ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts verübten, der Maji-Maji-Krieg in Tansania und die Rebellion in Jiaozhou.
Zahlreiche Menschen aus den deutschen Kolonien, vorwiegend Männer, kamen ins Kaiserreich. Zur Ausbildung, Teilnahme an sogenannten Völkerschauen, als Seeleute, Begleitung von Kolonialbeamten, Missionaren und Händlern oder als Lehrende an Kolonialinstituten.