Gründung des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens
Mit der Reichsgründung 1871 erhielten Jüd*innen erstmals volle Bürgerrechte, doch zunehmender Antisemitismus führte 1893 zur Gründung des „Central-Vereins“, der bis 1938 für Gleichstellung kämpfte.
Nachdem sich Jüd*innen jahrhundertelang gegen Diskriminierung und Ausgrenzung zur Wehr gesetzt hatten, erhielten sie mit der Reichsgründung die gleichen Rechte, die zuvor der christlichen Mehrheitsgesellschaft vorbehalten waren. Parallel dazu entwickelte sich jedoch ein rassistisch motivierter Antisemitismus, der den bisherigen religiösen Antijudaismus erweiterte. Er äußerte sich in stereotypen Zuschreibungen und politischer Hetze.
Als Reaktion auf diese Entwicklungen gründete sich 1893 der “Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens”. Tausende Menschen schlossen sich der Organisation an und kämpften für Bürger*innenrechte, Gleichstellung und die Verbindung von "Deutschsein" und "Jüdischsein". Während der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus war der Verein die zentrale jüdische Interessenvertretung, bis er 1938 verboten wurde.
Herbert Sonnenfeld, Margarete Edelheim und Heinz Berggrün in der Redaktion der C.V.- Zeitung, Emser Straße 42, Berlin, 1936
Sources
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Johannes Leicht. Antisemitismus (Kaiserreich). LeMO – Lebendiges Museum Online. Berlin: Deutsches Historisches Museum, August 15, 2006. Aufgerufen am: July 7, 2015.