1923 entschied der Oberste Gerichtshof der USA im Fall Bhagat Singh Thind, dass Thind, ein indischer Immigrant und Veteran der US-Armee, nicht „weiß“ genug sei, um US-Staatsbürger zu werden. Laut dem Naturalization Act (Einbürgerungsgesetz) von 1790 durften nur „freie weiße Personen“ eingebürgert werden.Thind argumentierte, dass Menschen aus Südasien nach damaliger Wissenschaft zur „kaukasischen Rasse“ gehören und damit weiß seien. Das Gericht lehnte diese Argumentation ab: Weißsein sei keine Frage der Wissenschaft, sondern des „gesunden Menschenverstands“ – also wie die Mehrheit der Bevölkerung jemanden wahrnimmt. Deshalb zählte Thind nicht als „weiß“ und durfte nicht eingebürgert werden.Dieses Urteil führte dazu, dass mehr als 50 bereits eingebürgerte Südasiaten ihre Staatsbürgerschaft wieder verloren.
Sources
Ian Haney Lopez. White By Law: The Legal Construction of Race. New York and London: New York University Press, 2006.