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Germany
1939
-
1945
Zwangsarbeit im NS

Ab 1939 wurden immer mehr Menschen, die nicht in das rassistische Bild der Nationalsozialisten passten, inhaftiert und zur Zwangsarbeit gezwungen. Dazu gehörten Jüd*innen, Sinti*zze und Rom*nja, Schwarze Menschen, Obdachlose, Homosexuelle, Drogenabhängige und Menschen mit Behinderungen.

Anfangs hatte Zwangsarbeit wenig Bedeutung, doch mit dem Krieg nahm sie zu, weil immer mehr Männer für den Krieg eingezogen wurden und es einen Arbeitskräftemangel gab. Zunächst kamen Arbeitskräfte aus verbündeten Ländern, aber viele verließen Deutschland schnell wegen der schlechten Bedingungen. Deshalb wurden Zwangsarbeiter*innen aus den besetzten Gebieten wie Polen, der Sowjetunion und anderen Ländern nach Deutschland gebracht. Sie mussten in der Industrie, Landwirtschaft und anderen Bereichen arbeiten und lebten in speziellen Lagern. Ihre Bezahlung und Behandlung war sehr schlecht, besonders für Menschen aus der Sowjetunion und Polen, die oft misshandelt wurden. Sie durften nicht mit Deutschen sprechen, und intime Beziehungen waren verboten. Viele Zwangsarbeiter*innen versuchten zu fliehen oder sich durch „Arbeitsbummelei“ zu wehren. Nach dem Krieg kehrten viele in ihre Heimatländer zurück, wurden jedoch oft misstrauisch behandelt. Besonders tragisch war das Schicksal sowjetischer Kriegsgefangener, die nach dem Krieg in sowjetische Lager geschickt wurden. Zwangsarbeit war ein großes Unrecht, von dem viele in Deutschland profitierten. Erst in den 1980er Jahren begann man, sich mit Entschädigungszahlungen für die Überlebenden zu beschäftigen, aber viele erhielten keine Entschädigung.
Zwangsarbeit 1942 Picture Alliance
Zwangsarbeit 1942
Das Reichsarbeitsministerium organisierte in den besetzten Gebieten die Rekrutierung der Zwangsarbeiter. Das Foto zeigt Gefangene beim Bau einer Eisenbahnstrecke durch Wald und Sumpf im Jahr 1942 in Osteuropa.
Nach Kriegsende kehren die meisten Zwangsarbeiter*innen entweder freiwillig in ihre Länder zurück oder werden zwangsumgesiedelt. Zu Hause stoßen sie oft auf Gleichgültigkeit oder Vorbehalte, da ihnen unterstellt wird für den Feind gearbeitet zu haben.
Sources
  1. Jochen Oltmer. Migration und Zwangswanderungen im Nationalsozialismus. Online-Dossier der Bundeszentrale für politsche Bildung. March 15, 2005. Date accessed: July 28, 2015.
  2. Zeitleiste und Online-Archiv zur NS-Zwangsarbeit. Zwangsarbeit 1939-1945 – Erinnerungen und Geschichte. Kooperationsprojekt der Stiftung “Erinnerung, Verantwortung und Zukunft” mit der Freien Universität Berlin und dem Deutschen Historischen Museum. Date accessed: July 28, 2015.
  3. Online-Portal: Zwangsarbeit im NS-Staat. Das Bundesarchiv. Date accessed: July 28, 2015.
Additional Resources
  1. Zwangsarbeit. Die Zeitzeugen-App der Berliner Geschichtswerkstatt. Pilotprojekt des mobilen Lernens zum Themenjahr “Zerstörte Vielfalt” (2013). Berliner Geschichtswerkstatt. Date accessed: July 28, 2015.
  2. Digitales Archiv für Bildung und Wissenschaft. Zwangsarbeit 1939-1945. Erinnerungen und Geschichte. Date accessed: July 28, 2015.
  3. „Wo Gras drüber wuchs – das Tempelhofer Feld im Nationalsozialismus“. past at present – Geschichte im Format. Date accessed: July 28, 2015.
  4. Materialkoffer zum Thema Zwangsarbeit. Denk mal an Berlin. Date accessed: July 28, 2015.