Ab 1939 wurden immer mehr Menschen, die nicht in das rassistische Bild der Nationalsozialisten passten, inhaftiert und zur Zwangsarbeit gezwungen. Dazu gehörten Jüd*innen, Sinti*zze und Rom*nja, Schwarze Menschen, Obdachlose, Homosexuelle, Drogenabhängige und Menschen mit Behinderungen.
Anfangs hatte Zwangsarbeit wenig Bedeutung, doch mit dem Krieg nahm sie zu, weil immer mehr Männer für den Krieg eingezogen wurden und es einen Arbeitskräftemangel gab.
Zunächst kamen Arbeitskräfte aus verbündeten Ländern, aber viele verließen Deutschland schnell wegen der schlechten Bedingungen. Deshalb wurden Zwangsarbeiter*innen aus den besetzten Gebieten wie Polen, der Sowjetunion und anderen Ländern nach Deutschland gebracht. Sie mussten in der Industrie, Landwirtschaft und anderen Bereichen arbeiten und lebten in speziellen Lagern. Ihre Bezahlung und Behandlung war sehr schlecht, besonders für Menschen aus der Sowjetunion und Polen, die oft misshandelt wurden. Sie durften nicht mit Deutschen sprechen, und intime Beziehungen waren verboten.
Viele Zwangsarbeiter*innen versuchten zu fliehen oder sich durch „Arbeitsbummelei“ zu wehren. Nach dem Krieg kehrten viele in ihre Heimatländer zurück, wurden jedoch oft misstrauisch behandelt. Besonders tragisch war das Schicksal sowjetischer Kriegsgefangener, die nach dem Krieg in sowjetische Lager geschickt wurden.
Zwangsarbeit war ein großes Unrecht, von dem viele in Deutschland profitierten. Erst in den 1980er Jahren begann man, sich mit Entschädigungszahlungen für die Überlebenden zu beschäftigen, aber viele erhielten keine Entschädigung.