Während der Kolonialzeit kamen viele Schwarze Menschen aus deutschen Kolonien nach Deutschland. 1933 wurden ihnen die Papiere entzogen und durch Fremdenpässe ersetzt. Das machte Reisen, Arbeit und staatliche Hilfe fast unmöglich. Viele erlebten dies als großes psychisches Trauma, da ihnen ihre kulturelle und nationale Zugehörigkeit genommen wurde.
Die Situation Schwarzer Menschen in Deutschland während der NS-Zeit war anders als die der Jüd*innen oder Sinti*zzeund Rom*nja. Dies lag daran, dass Hitler auf gute Beziehungen zu kolonialisierenden Ländern wie Frankreich und Großbritannien setzte. Einige Schwarze Menschen überlebten die Zeit, indem sie im Unterhaltungsbereich arbeiteten und rassistische Rollen im Kino oder Kabarett spielten.
Trotzdem gab es auch rassistische Angriffe, besonders gegen die Kinder von weißen Frauen und Schwarzen Soldaten aus der Zeit der französischen Rheinlandbesetzung. 1933 wurden diese Kinder von einem „Rassen“-Forscher untersucht, um angebliche „Rasseneigenschaften“ zu bestimmen. Dabei wurden Schwarze Körper als minderwertig dargestellt. Der Plan, Schwarze Menschen unfruchtbar zu machen, wurde in den 1930er Jahren entwickelt. Ab 1937 wurden viele Schwarze Menschen illegal zwangssterilisiert. Diese Zwangssterilisationen fanden oft ohne Narkose in Krankenhäusern statt.
Schwarze Menschen erlebten auch viele alltägliche Diskriminierungen, zum Beispiel bei der Arbeitssuche oder im Zugang zu Schulen und öffentlichen Einrichtungen.