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Germany
1979
Selbstorganisation Sinti und Roma

Viele Menschen erkennen den Völkermord an Sinti und Roma nicht an. Deshalb gibt es immer noch Vorurteile. Sinti und Roma werden oft ausgeschlossen und unfair behandelt. Manche Leute sagen, sie seien kriminell. Ab Ende der 1970er Jahre machen Sinti und Roma mit Veranstaltungen darauf aufmerksam. Das alles führt dazu, dass Diskriminierung und Ausgrenzung bleiben

Während des Nationalsozialismus wurden etwa eine halbe Million Sinti und Roma ermordet. Nach dem Krieg blieben rassistische Vorurteile und Diskriminierung bestehen, weil der Völkermord lange nicht anerkannt wurde. In den 1950er Jahren gründeten sich Vereine, um die Rechte von Sinti und Roma zu stärken. Sie kämpften für Entschädigungen und Gleichberechtigung. Der „Verband deutscher Sinti“ wurde 1971 gegründet. Mit öffentlichen Aktionen machten sie auf den Völkermord und die Diskriminierung aufmerksam. Die internationale Roma-Bewegung begann ebenfalls in den 1970er Jahren. Der erste Weltkongress der Roma fand 1971 statt. Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma wurde 1982 gegründet und setzte sich für Anerkennung und Entschädigungen ein. 1982 erkannte Bundeskanzler Helmut Schmidt den Völkermord offiziell an. Seit 1995 sind Sinti und Roma gesetzlich als nationale Minderheit anerkannt.
Kranzniederlegung der Hungerstreikenden in der KZ-Gedenkstätte Dachau, 1980 Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma
Kranzniederlegung der Hungerstreikenden in der KZ-Gedenkstätte Dachau, 1980
Der Hungerstreik in der KZ-Gedenkstätte Dachau Ostern 1980, der sich u. a. gegen die Methoden rassistischer Sondererfassung unserer Minderheit bei Justiz- und Polizeibehörden - auf der Grundlage der Akten der NS-Zeit und zum Teil sogar mit dem ehemaligen SS-Personal - richtete, fand in der Berichterstattung weit über die deutschen Grenzen hinaus Beachtung.
Sources
  1. Der Kampf für deutsche Sinti wurde gewonnen. Roma-Flüchtlinge der Balkankriege bleiben rechtlos.. Gesellschaft für bedrohte Völker (2008). December 19, 2008. Date accessed: June 17, 2015.
  2. Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma: Bürgerrechtsbewegung. Date accessed: June 17, 2015.
  3. Jacques Delfeld. 20 Jahre für Bürgerrechte. Dokumentation zur Bürgerrechtsarbeit des rheinland-pfälzischen Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma. Landesverband Rheinland-Pfalz.: Verband Deutscher Sinti und Roma, January 1, 2005.
  4. Michail Krausnick. Der Kampf der Sinti und Roma um Bürgerrechte, in: Jacqueline Giere (Hrsg.): Die gesellschaftliche Konstruktion des Zigeuners. Frankfurt/M.: Campus, January 1, 1996. Pages 147-158.
Additional Resources
  1. Zentralrat Deutscher Sinti und Roma. Date accessed: June 17, 2015.
  2. Die Rom und Cinti Union e.V.. Date accessed: June 17, 2015.
  3. Die Geschichte der Roma und Sinti. – Fortgesetztes Unrecht. Date accessed: June 17, 2015.
  4. „Mari budhi hundi well palé ab jekh drom gerdo“ – Matthäus Weiß im Gespräch mit Melanie Weiß. Date accessed: June 17, 2015.
  5. Romani Rose. Bürgerrechte für Sinti und Roma: Das Buch zum Rassismus in Deutschland. Heidelberg: Zentralrat Deutscher Sinti und Roma, 01/01/1985.
  6. Yaron Matras. The Development of the Romani Civil Rights Movement in Germany 1945-1996, in: Susan Tebbutt (Hrsg.): Sinti und Roma in der deutschsprachigen Gesellschaft und Literatur. Frankfurt am Main. Pages 49-63.
  7. Katrin Herold. “Die Erinnerung wird besetzt”. Bleiberechtsproteste der Rom & Cinti Union an der KZ-Gedenkstätte Neuengamme”. 01/01/2007.