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Germany
1979
Kühn-Memorandum

Früher dachte die Regierung, Deutschland sei kein Einwanderungsland und Arbeitsmigrant*innen sollten zurückkehren. Doch das Kühn-Memorandum änderte diese Sichtweise. Es erkannte Deutschlands Verantwortung für die Migrant*innen an, da viele dauerhaft bleiben wollten. Das Memorandum schlug vor:
  • Bessere Bildung und Ausbildung,
  • Unbeschränkte Arbeitserlaubnis für Jugendliche,
  • Möglichkeit zur deutschen Staatsangehörigkeit,
  • Kommunales Wahlrecht für langjährige Bewohner*innen.
Die Regierung setzte dies jedoch nicht um, weil sie keine großen Veränderungen wollte. Stattdessen wurde über die Integrationsfähigkeit der Migrant*innen diskutiert. Viele Vorschläge wurden erst Jahrzehnte später umgesetzt:
  • Änderung des Staatsangehörigkeitsgesetzes (1999),
  • Zuwanderungsgesetz (2005),
  • Nationaler Integrationsplan (2006/2007).
Heinz Kühn Bundesarchiv, B 145 Bild-F039405-0003 / Wegmann, Ludwig / CC-BY-SA 3.0
Heinz Kühn
Rede von Heinz Kühn beim Bundesparteitag der SPD in Hannover, 1973
Sources
  1. Bundeszentrale für poltische Bildung: Fachtagung zur politischen Bildung ‘Integration partnerschaftlich gestalten’, 14.-15. Oktober 2011 in Brühl.
  2. Manuela Bojadžijev (2003): Zwölf Quadratmeter Deutschland. Staatliche Maßnahmen und das Konzept der Autonomie.
  3. Manuela Bojadžijev (2006): Verlorene Gelassenheit. Eine Genealogie der Integration – Die Geschichte des deutschen Migrationsregimes als Geschichte der Kämpfe.
  4. Kien Nghi Ha / Markus Schmitz (2006): Das Recht nicht dermaßen integriert zu werden. Integrationspolitik und postkoloniale Kritik; In: ak - analyse & kritik - zeitung für linke Debatte und Praxis / Nr. 508 / 18.8.2006.