Nach der Wiedervereinigung 1990 gab es in Deutschland mehr nationalistischen Stolz, aber auch viel rassistische Gewalt. Fast täglich kam es zu Angriffen, Brandanschlägen und Hetzjagden. In Städten wie Hoyerswerda, Rostock-Lichtenhagen und Mannheim-Schönau gab es schwere Ausschreitungen.
Viele Menschen starben durch diese Gewalt. Zum Beispiel Amadeu Antonio Kiowa – eines der ersten Todesopfer nach der Wiedervereinigung. 1992 wurden in Mölln drei Menschen bei einem Brandanschlag von Neonazis getötet. 1993 brannten in Solingen fünf Mädchen und Frauen bei einem weiteren rassistischen Angriff.
Um sich zu wehren, organisierten sich viele junge Menschen mit Migrationsgeschichte – oft Kinder der zweiten Generation. Sie gründeten antirassistische Gruppen wie „Antifaşist Gençlik“ in Berlin. Auch Musik wurde für sie wichtig. Die Hip-Hop-Band Advanced Chemistry veröffentlichte 1992 das Lied „Fremd im eigenen Land“. Es sprach vielen jungen Migrant*innen aus der Seele.