Am 6. Dezember stirbt Amadeu Antonio Kiowa, ein Vertragsarbeiter aus Angola. Rechtsextreme Jugendliche hatten ihn in Eberswalde angegriffen und so schwer verletzt, dass er ins Koma fiel. Zwei Wochen später starb er im Krankenhaus. Er gilt als erstes bekanntes Opfer rassistischer Gewalt nach der Wiedervereinigung.
Amadeu Antonio kam 1987 in die DDR, um zu arbeiten. Die Täter wurden 1992 verurteilt, erhielten aber nur bis zu vier Jahre Haft. Viele kritisierten die milden Strafen und dass der Angriff nicht als rassistisch eingestuft wurde.
Zwischen 1990 und 2014 starben laut der Amadeu Antonio Stiftung 184 Menschen durch rechtsextreme oder rassistische Gewalt. Die Bundesregierung erkennt viele dieser Taten nicht als rassistisch an, da sie veraltete Kriterien verwendet und die Perspektive der Angehörigen nicht berücksichtigt. Dadurch wird verschleiert, dass Rassismus ein gesellschaftliches Problem ist und nicht nur bei Rechtsextremen vorkommt. Politik, Justiz und Medien werden deshalb oft für institutionellen Rassismus kritisiert.