Einer der Hauptgründe für die Massenwanderung war: Es gab zu viele Menschen für zu wenige Jobs. Deutschland verwandelte sich gerade von einem Land der Bäuer*innen in einen Industriestaat, und viele fanden keine Arbeit.
Die Menschen schrieben „Auswandererbriefe“ an ihre Familien. Diese Briefe über das gute Leben in Amerika machten vielen Mut, sodass immer mehr Menschen folgten.
Die meisten gingen aus sozialen und wirtschaftlichen Gründen, zum Beispiel wegen Armut und Wirtschaftskrisen (wie dem „Gründerkrach“). Die Migrant*innen waren oft so arm, dass sie ihre Schifffahrtskarten nicht bezahlen konnten. Einige verkauften ihre Arbeitskraft, um die Überfahrt zu finanzieren.
Ende der deutschen Welle
Ende des 19. Jahrhunderts hörte die Massenauswanderung aus Deutschland auf. Deutschland hatte jetzt genug Industrie-Jobs, und die Menschen zogen in die Städte, anstatt nach Amerika.
Neue Einwanderung und Widerstand in den USA
Gleichzeitig begannen Massenbewegungen aus Ost- und Südosteuropa in die USA. Viele reisten über deutsche Häfen wie Hamburg und Bremerhaven.
Diese Zuwanderung wurde in den USA als „Neue Einwanderung“ bezeichnet und traf auf großen Widerstand. Die Amerikaner*innen hatten Angst um ihre Jobs und vermischten diese Angst mit rassistischen Vorurteilen. Die Rufe nach einer Beschränkung der Einwanderung wurden lauter. Das führte zu einem Gesetz, dem „National Origins Act“, das die Zahl der Einwander*innen begrenzte.
Bis zum Ersten Weltkrieg reisten über fünf Millionen Menschen aus Russland und Österreich-Ungarn durch Deutschland nach Amerika. Über zwei Millionen davon waren Jüd*innen, die vor Armut und Verfolgung in Russland flohen.