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Germany
1979
Kindermigration Namibia und DDR

In den 1970er Jahren war Namibia im Krieg mit Südafrika. Deshalb schickte die namibische Befreiungsorganisation SWAPO Kinder in die DDR, wo sie Schutz, Bildung und Unterkunft erhielten.

Insgesamt kamen 430 Kinder in die DDR. Viele von ihnen besuchten die „Schule der Freundschaft“ in Staßfurt, wo sie mit Jugendlichen aus Mosambik lebten. Die Kinder sollten eine sozialistische Erziehung bekommen und später in Namibia wichtige Aufgaben übernehmen. Sie lernten Deutsch, gingen zur Schule und machten eine Ausbildung. Allerdings waren sie von der deutschen Gesellschaft abgeschottet und durften keinen Besuch empfangen. Nach der Schule kehrten viele nach Namibia zurück, wo sie oft als „Deutsche“ galten und Schwierigkeiten hatten, sich wieder in die Gesellschaft einzuleben. Während der Wiedervereinigung gab es rassistische Angriffe auf die Schule. Mit dem Ende der DDR mussten die namibischen Kinder 1990 schnell zurückkehren, was für viele ein Kulturschock war. Sie fühlten sich weder in Namibia noch in Deutschland richtig zu Hause.
Film von Beatrice Möller, Nicola Hens und Susanne Radelhof
Trailer des Dokumentarfilms "Omulaule heißt Schwarz"
Der Film handelt von Namibier*innen, die als Kinder in der DDR aufwuchsen und nach der Wende in ihr Ursprungsland zurückgeschickt wurden.
Sources
  1. Glombik, Delphine (2011): Rassismus und die DDR?! Repräsentationen von Rassismuserfahrungen namibischer Mädchen vor, während und nach der Wende. Eine Analyse der Autobiographien von Stefanie-Lahya Aukongo und Lucia Engombe..
  2. Engombe, Lucia (2004): Kind Nr. 95. Meine deutsch-afrikanische Odyssee, Ullstein, Berlin..