In den 1970er Jahren war Namibia im Krieg mit Südafrika. Deshalb schickte die namibische Befreiungsorganisation SWAPO Kinder in die DDR, wo sie Schutz, Bildung und Unterkunft erhielten.
Insgesamt kamen 430 Kinder in die DDR. Viele von ihnen besuchten die „Schule der Freundschaft“ in Staßfurt, wo sie mit Jugendlichen aus Mosambik lebten.
Die Kinder sollten eine sozialistische Erziehung bekommen und später in Namibia wichtige Aufgaben übernehmen. Sie lernten Deutsch, gingen zur Schule und machten eine Ausbildung. Allerdings waren sie von der deutschen Gesellschaft abgeschottet und durften keinen Besuch empfangen. Nach der Schule kehrten viele nach Namibia zurück, wo sie oft als „Deutsche“ galten und Schwierigkeiten hatten, sich wieder in die Gesellschaft einzuleben.
Während der Wiedervereinigung gab es rassistische Angriffe auf die Schule. Mit dem Ende der DDR mussten die namibischen Kinder 1990 schnell zurückkehren, was für viele ein Kulturschock war. Sie fühlten sich weder in Namibia noch in Deutschland richtig zu Hause.