„Kiezdeutsch“ ist eine besondere Form der deutschen Sprache, die sich in den letzten Jahren vor allem in Großstädten entwickelt hat. Sie wird oft von Jugendlichen gesprochen, die manchmal zwei- oder mehrsprachig aufgewachsen sind.
Kiezdeutsch enthält Wörter aus verschiedenen Sprachen wie Türkisch oder Arabisch und wird auch „KanakSprak“ oder von Wissenschaftler*innen „Multi-Ethnolekt“ genannt.
Kiezdeutsch ist kein neues Phänomen. Es gibt ähnliche Sprachformen auch in anderen Ländern wie Frankreich oder den Niederlanden. Nicht alle, die Kiezdeutsch sprechen, haben eine Migrationsgeschichte oder sind mehrsprachig – auch Jugendliche ohne Migrationshintergrund nutzen diese Sprache.
Typisch für Kiezdeutsch ist, dass die Grammatik vereinfacht wird und neue Regeln entstehen. Es ist keine fehlerhafte Sprache, sondern eine kreative und innovative Form des Deutschen. Studien zeigen, dass viele Sprecher*innen problemlos zwischen Kiezdeutsch und Hochdeutsch wechseln können, je nachdem, mit wem sie sprechen.