Im Januar 2012 nahm sich ein iranischer Geflüchteter in Würzburg das Leben. Daraufhin traten andere Geflüchtete dort in einen Hungerstreik. Im September marschierten sie mit Geflüchteten aus anderen Städten zu Fuß von Würzburg nach Berlin, um gegen die Residenzpflicht, schlechte Unterkünfte und Essenspakete zu protestieren. Sie forderten Arbeitsrechte, ein Abschiebestopp, Zugang zu Deutschkursen und bessere Lebensbedingungen.
In Berlin errichteten sie am Oranienplatz ein Protestcamp, das bis 2014 bestand. Gleichzeitig besetzten einige die Gerhart-Hauptmann-Schule, was zur Gründung der Gruppe „International Women Space“ führte. Ähnliche Proteste gab es auch in anderen Städten wie Hamburg und Nürnberg. Diese Aktionen sind Teil einer langen Tradition von Geflüchtetenprotesten seit den 1990er Jahren, unterstützt von Gruppen wie „Women In Exile“ und dem „Voice Refugee Forum“.