Am 24. Oktober 2012 wurde in Berlin ein Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti*zze und Rom*nja eröffnet – über 67 Jahre nach dem Ende des Nazi-Regimes. Dieses Denkmal ist das Ergebnis eines langen Kampfes um Anerkennung. Zwischen 1933 und 1945 wurden bis zu 1,5 Millionen Sinti*zze und Rom*nja von den Nazis ermordet. Viele Rom*nja nennen diesen Völkermord Porajmos, das große „Verschlingen“.
Das Denkmal wurde vom Künstler Dani Karavan gestaltet. In der Mitte eines runden Wasserbeckens steht eine Steinplatte, auf der jeden Tag eine frische Blume liegt. Am Rand steht das Gedicht „Auschwitz“ von Santino Spinelli. Außerdem wird eine besondere Melodie abgespielt, die Romeo Franz für das Denkmal komponiert hat.
Schon seit den 1970er Jahren kämpften Sinti*zze und Rom*nja dafür, dass ihre Verfolgung und Ermordung im Nationalsozialismus als Völkermord anerkannt wird. Doch lange Zeit weigerte sich die Bundesrepublik Deutschland. 1956 entschied der Bundesgerichtshof sogar, dass Sinti*zze und Rom*nja angeblich nicht aus rassistischen Gründen verfolgt worden seien. Erst 1963 wurde dieses Urteil aufgehoben – aber für viele Betroffene war es da schon zu spät.
Ein wichtiger Schritt kam 1982: Bundeskanzler Helmut Schmidt erklärte öffentlich, dass Sint*zzei und Rom*nja aus rassistischen Gründen verfolgt wurden und dass dies ein Völkermord war.
Seit 1985 setzte der Zentralrat der Sinti*zze und Rom*nja viele Änderungen im Entschädigungsrecht durch. In etwa 3200 Fällen wurden neue Entscheidungen für die noch lebenden Opfer erreicht.