Viele rassismuskritische Aktivist*innen weisen seit Jahren darauf hin, dass in deutschen Kinderbüchern noch immer rassistische Wörter stehen. 2013 wird das Thema erneut wichtig – diesmal mit Folgen.
Mekonnen Mesghena schreibt dem Thienemann Verlag, weil er seiner Tochter das Buch „Die kleine Hexe“ von Otfried Preußler nicht vorlesen kann. Es enthält Wörter, die rassistisch sind. Erst sagt der Verlag, die Sprache sei „damals normal“ gewesen. Nach einem zweiten Brief spricht der Verlag mit Preußler. Er stimmt Änderungen zu. Seit 2013 gibt es überarbeitete Ausgaben.
Daraufhin beginnt eine größere Debatte: Wie soll man mit rassistischer Sprache in Kinderbüchern umgehen? Auch in Schweden passiert Ähnliches: Einige Bibliotheken verleihen „Tim in Kongo“ und „Pippi Langstrumpf“ nicht mehr. Nach Protesten nehmen sie die Entscheidung zurück.
Auch in Deutschland gibt es starke Abwehrreaktionen. Manche sprechen von „Zensur“ oder „übertriebener Political Correctness“. Dabei wollen Kritiker*innen nur die rassistischen Wörter streichen, nicht die Bücher verbieten.
Die heftigen Reaktionen zeigen: Oft entscheiden noch immer Menschen ohne eigene Rassismuserfahrung darüber, was als rassistisch gilt.