Die rechtsextreme Terrorgruppe NSU (Nationalsozialistischer Untergrund) ermordete zwischen 2000 und 2007 neun Menschen mit Migrationshintergrund und eine Polizistin. Außerdem verübte sie Bombenanschläge und Raubüberfälle.
Die Opfer waren Enver Şimşek, Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Habil Kılıç, Mehmet Turgut, İsmail Yaşar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubaşık, Halit Yozgat und Michèle Kiesewetter.
Die Verbrechen wurden erst 2011 aufgedeckt. Vorher verdächtigten die Behörden oft die Familien der Opfer und ignorierten rassistische Motive. 2018 wurde Beate Zschäpe, ein Mitglied des NSU, zu lebenslanger Haft verurteilt. Andere Angeklagte erhielten mildere Strafen.
Die Medien berichteten oft mit Vorurteilen statt Mitgefühl. Um ihre Sicht zu zeigen, organisierten die Opferfamilien eigene Tribunale. Das erste fand 2017 in Köln statt, weitere folgten in Mannheim, Chemnitz/Zwickau und Nürnberg. Diese Veranstaltungen gaben den Betroffenen eine Stimme und forderten Gerechtigkeit.