Nach der Silvesternacht 2015/2016 in Köln wurden viele Diebstähle und sexuelle Übergriffe gemeldet. Danach nahmen Vorurteile gegen Migrant*innen und Geflüchtete, besonders gegen Männer, stark zu.
Es gab etwa 1.200 Anzeigen, davon fast 500 wegen sexueller Übergriffe. Viele Betroffene berichteten von Angriffen durch Männergruppen. Da es sehr voll war, konnten Täter oft nicht klar erkannt werden. Trotzdem wurden die Angreifer häufig als nordafrikanisch oder arabisch und als Migranten beschrieben.
Der öffentliche Druck führte zu einer Änderung des Sexualstrafrechts. Das neue Gesetz folgte dem Prinzip „Nein heißt Nein“ und machte Anzeigen leichter und Strafen strenger. Das Gesetz war zwar schon geplant, wurde aber durch die Ereignisse schneller beschlossen. Gleichzeitig wurden Abschieberegeln für verurteilte Asylbewerber verschärft.
Viele kritisierten die Debatte, weil Migranten pauschal verantwortlich gemacht wurden. Rechte Gruppen nutzten die Vorfälle für rassistische Aussagen. Feministische Gruppen wehrten sich mit dem Hashtag #ausnahmslos. Sie betonten, dass sexuelle Gewalt ein gesellschaftliches Problem ist und nicht von Migranten „gebracht“ wird.
Nach den Ereignissen kam es zu Gewalt gegen Migrant*innen. Menschen wurden angegriffen, ein Asylbewerberheim wurde angezündet. Beim nächsten Silvester kontrollierte die Polizei gezielt viele Männer of Color.