Anfang der 1990er Jahre gab es in Deutschland brutale Angriffe auf Asylbewerberheime. Die Ausschreitungen in Hoyerswerda (1991) und Rostock-Lichtenhagen (1992) waren dabei besonders schlimm.
In Hoyerswerda belagerten Neonazis und Anwohner*innen zwei Tage lang ein Wohnheim für vietnamesische Arbeiter*innen und ein Asylbewerberheim. Sie warfen Steine und Brandflaschen, bis die Bewohner*innen von der Polizei evakuiert wurden. Ähnliches passierte ein Jahr später in Rostock-Lichtenhagen, wo Tausende Menschen die zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber*innen und ein Wohnheim für vietnamesische Arbeiter*innen angriffen. Das Wohnheim wurde in Brand gesetzt, während Polizei und Feuerwehr oft überfordert oder zurückhaltend agierten. Wie durch ein Wunder gab es keine Toten.
Die Angriffe fanden in einer Zeit statt, in der über Asyl und Zuwanderung stark diskutiert wurde. Viele Politiker*innen und Medien machten Asylsuchende zum Problem, was die Stimmung gegen Ausländer*innen weiter verschärfte. Rassistische Gewalt nahm stark zu, und weitere Anschläge wie in Mölln (1992) und Solingen (1993) folgten.