Die Ideen von Charles Darwin beeinflussten viele Wissenschaften und auch die Politik. Im Nationalsozialismus wurden seine Argumente genutzt, um die „Rassenhygiene“ zu rechtfertigen.
1859 veröffentlichte Darwin sein Buch „Über die Entstehung der Arten“. Darin erklärt er die natürliche Auslese: Nur die stärksten Tiere und Pflanzen überleben und pflanzen sich fort. Später spricht er auch über Menschen und die „Ausscheidung der Schwachen“, was kranke Menschen und Menschen mit Behinderungen betrifft. Er meint, dass Menschen nicht mehr gut genug auswählen können, wer überleben soll, und das gefährde die Zukunft der Menschheit.
Darwins Theorie wird schnell in verschiedenen Wissenschaften verwendet, um menschliche Gesellschaften zu erklären. Es entsteht die Vorstellung, dass es „gutes“ und „schlechtes“ Erbmaterial gibt. Der Sozialdarwinismus wird mit rassistischen und imperialistischen Ideen verbunden und rechtfertigt unter anderem den deutschen Kolonialismus sowie die Eugenik und die „Rassenhygiene“ der Nationalsozialisten.
1905 gründen Wissenschaftler in Berlin die Gesellschaft für „Rassenhygiene“. Zu den Mitgliedern gehören bekannte Personen wie Alfred Ploetz und Ernst Rüdin. Sie wollen die menschliche Vererbung erforschen und Empfehlungen für eine „rassen“-hygienische Lebensweise geben.
Nach der Machtübernahme der NSDAP wird die Gesellschaft ein Teil des politischen Systems und beeinflusst rassistische Gesetze, wie das „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“. Durch diese Ideen werden Eheverbote, Menschenversuche, Zwangssterilisierungen und der Massenmord der Nationalsozialisten scheinbar gerechtfertigt.