Bevor die „Migrant*innenselbstorganisationen“ (MSO) gegründet werden, erhalten Arbeitsmigrant*innen Hilfe von Wohlfahrtsverbänden. Kirchliche Verbände unterstützen Vertriebene und Geflüchtete, insbesondere der Deutsche Caritasverband für katholische Migrant*innen und das Diakonische Werk für protestantische. Für türkische Arbeitnehmer*innen sind die Arbeiterwohlfahrten zuständig, die in Köln und Stuttgart die Beratungsstellen „Türk Danis“ eröffnen. Dort helfen sie bei bürokratischen Angelegenheiten und persönlichen Problemen. Bis 1967 gibt es 37 Büros, aber nur wenige nutzen die Angebote, weshalb die ersten selbstorganisierten Arbeiter*innenvereine entstehen. Der 1962 gegründete Verein für türkische Arbeitnehmer*innen in Köln ist einer der ersten. Türkische MSO sind meist unabhängig, während italienische und spanische Migrant*innen oft kirchlichen Gruppen beitreten. Anfangs sind die Treffen vor allem für Männer, aber in den 1970er Jahren entstehen auch Angebote für Frauen. Es bilden sich immer mehr Vereine, darunter Sport- und politische Gruppen, die wichtig für die politische Mitbestimmung von Migrant*innen sind.