Nach der Wiedervereinigung sollten viele vietnamesische Vertragsarbeiter*innen Deutschland verlassen. Dies hing mit der strengeren Asyl- und Migrationspolitik zusammen.
Viele verloren ihre Arbeit, ihren Wohnplatz und ihre Aufenthaltserlaubnis. Die Bundesregierung bot 3.000 DM und einen kostenlosen Rückflug an, wenn sie freiwillig zurückkehrten. Ein Drittel der Vietnames*innen entschied sich zu bleiben, da sie in Vietnam schlechte Lebensbedingungen erwarteten. Wer bleiben wollte, musste beweisen, dass er genug Wohnraum und Einkommen hatte und nicht straffällig geworden war. Viele konnten diese Anforderungen nicht erfüllen.
1997 wurde eine Bleiberechtsregelung eingeführt: Nach acht Jahren Aufenthalt konnten ehemalige Vertragsarbeiter*innen eine dauerhafte Erlaubnis bekommen. Das Abkommen beinhaltete auch, dass Vietnam abgeschobene Personen aufnehmen musste und dafür 100 Millionen DM Entwicklungshilfe erhielt. Vor der Abschiebung mussten viele Betroffene in sogenannten Abschiebeheimen leben.