Nach dem Zweiten Weltkrieg zogen viele kommunistische Jüd*innen in die DDR. Sie wollten beim Aufbau eines sozialistischen Staates mithelfen.
Viele jüdische Künstler*innen und Denker*innen waren wichtig für die Kultur und Politik der DDR. Aber in den 1950er-Jahren verließen viele von ihnen das Land, weil sie vom stalinistischen Regime verfolgt wurden. In den 1980er-Jahren lebten nur noch etwa 400 Jüd*innen in der DDR, die Hälfte davon in Ost-Berlin.
In Westdeutschland wurde 1950 der „Zentralrat der Juden in Deutschland“ in Frankfurt am Main gegründet. Damals lebten dort rund 22.000 Jüd*innen in 70 Gemeinden. Manche wollten jüdische Traditionen wiederbeleben, andere sahen ihr Leben in Deutschland als Beitrag zur neuen Demokratie. Der Zentralrat setzte sich ein für Entschädigung für NS-Verbrechen, Hilfe für Bedürftige, Gespräche mit der Regierung und den Kampf gegen Antisemitismus.