Anfang der 1990er Jahre gab es zwei schwere Brandanschläge in Mölln und Solingen, bei denen acht Menschen durch rechtsextreme Gewalt ums Leben kamen.
In der Nacht zum 23. November 1992 zündeten zwei Neonazis in Mölln zwei Häuser an, die von türkischen Familien bewohnt wurden. Dabei starben Bahide Arslan, ihre Enkelin Yeliz Arslan und Ayşe Yılmaz. Viele weitere Menschen wurden verletzt. Die Täter wurden zu lebenslanger Haft und zehn Jahren Haft verurteilt, aber später vorzeitig freigelassen.
Am 29. Mai 1993 setzten vier Jugendliche das Haus der Familie Genç in Solingen in Brand. Fünf Familienmitglieder starben: Gürsün Ince, Hatice Genç, Hülya Genç, Saime Genç und Gülistan Öztürk. Viele weitere wurden schwer verletzt. Die Täter erhielten Haftstrafen von zehn bis fünfzehn Jahren und sind inzwischen wieder frei.
Die Anschläge fanden in einer Zeit statt, in der über das Asylrecht heftig diskutiert wurde. Diese Debatten führten 1993 zu einer Einschränkung des Asylrechts durch den „Asylkompromiss“.