Migration bedeutet: Menschen verlassen ihr Land und leben in einem anderen Land. Das gibt es schon sehr lange. Es ist ein Teil der Geschichte von allen Menschen.
Aber über Migration wird viel gestritten. Viele Menschen reden darüber. Sie haben verschiedene Meinungen. Das ist bis heute so.
Wer darf reisen? Und wer bekommt Rechte?
Das ist eine wichtige Frage. Nicht alle Menschen dürfen in andere Länder reisen. Nicht alle bekommen die gleichen Rechte. Es wird immer gefragt: Wer gilt als Teil von einem Land? Wer gehört dazu?
Deutschland und die USA
In Deutschland und in den USA gibt es viele Debatten über Migration. Diese Debatten verändern sich. Früher ging es oft um “Rasse”, Kultur und Sprache. Heute geht es darum immer noch. Aber die Ideen darüber haben sich verändert.
Was zeigen die Zeitleisten?
Die Zeitleisten erzählen die Geschichte von Migration. Sie zeigen:
All das wirkt bis heute nach.
Wer hat die Zeitleisten gemacht?
Viele Menschen haben zusammen gearbeitet:
Sie haben die Zeitleisten gemeinsam entwickelt.


Was wurde berücksichtigt?
Folgende Punkte waren uns wichtig für die Zeitleisten:
Manche Themen fehlen oft in der Geschichtserinnerung. Für die deutsche Zeitleiste wurden besonders auch diese Perspektiven einbezogen:
Kurze Erklärung, wie die Zeitleiste aufgebaut ist und welche Inhalte ihr dort finden könnt.
Die Idee für die US-amerikanische und die deutsche Zeitleiste kommt aus unserem gemeinsamen Ziel: Geschichten sichtbar machen, die in nationalen Geschichtserzählungen oft fehlen oder wenig Beachtung finden.
Beide Zeitleisten beschäftigen sich mit einer wichtigen Frage: Wie erzählen und erinnern wir Migration, Kämpfe um Rechte, demokratische Teilhabe und Zugehörigkeit? Welche Perspektiven werden dabei oft übersehen?
Von Anfang an waren der Austausch zwischen beiden Zeitleisten und gemeinsame Grundprinzipien wichtig. Aber ihre Entstehung ist unterschiedlich, weil sie aus verschiedenen gesellschaftlichen und politischen Situationen kommen.
US-amerikanische Zeitleiste
Für die US-amerikanische Zeitleiste gab es bereits viele Forschungsarbeiten, Community-Archive und historische Zeitleisten zu Migration, Bürgerrechtsbewegungen, indigener Geschichte und afroamerikanischer Geschichte. Wir mussten diese Materialien zusammenführen, auswählen und in neue Zusammenhänge stellen.
Viele ehrenamtliche Helfer*innen haben unterstützt. Sie haben recherchiert, Texte geschrieben, Inhalte aufbereitet und ihre eigenen historischen sowie community-basierten Perspektiven eingebracht.
Deutsche Zeitleiste
Die Entwicklung der deutschen Zeitleiste war ein grundlegendes Forschungs- und Entwicklungsprojekt. Als wir 2012 begannen, gab es keine ähnliche digitale Zeitleiste, die die Geschichte von Migration, Rechten und Zugehörigkeit in Deutschland zusammenführte.
Deshalb haben wir mehrere Jahre lang recherchiert. Wir haben wissenschaftliche und aktivistische Literatur, historische Quellen und bestehende Archive ausgewertet. Ziel war es, zentrale Themen, Zusammenhänge und einen konzeptionellen Rahmen für die Zeitleiste zu entwickeln.
Gemeinsam entwickelter Prozess
Der Prozess war von Anfang an gemeinschaftlich angelegt. Parallel zur Recherche haben wir Kontakte zu vielen migrantischen Selbstorganisationen, Initiativen, Wissenschaftler*innen und weiteren Expert*innen aufgebaut.
Entwürfe der Zeitleiste wurden regelmäßig geteilt, diskutiert und weiterentwickelt. Viele ehrenamtliche Mitwirkende haben durch Recherche, Textarbeit und inhaltliche Beiträge unterstützt.
Ihr Wissen, ihre Perspektiven und ihre unterschiedlichen biografischen sowie fachlichen Zugänge waren entscheidend. So konnten wir vielfältige Perspektiven einbeziehen, Lücken erkennen und die Zeitleisten aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Blickwinkeln gestalten.
Community-Feedback-Workshop
Ein wichtiger Schritt war ein Community-Feedback-Workshop. An ihm nahmen Vertreter*innen migrantischer und community-basierter Organisationen sowie Wissenschaftler*innen und Multiplikator*innen teil. Viele kamen selbst aus migrantischen Communities.
Gemeinsam diskutierten wir:
Die Teilnehmenden identifizierten Lücken, hinterfragten bestehende Einordnungen und brachten zusätzliche Perspektiven ein. Die Ergebnisse wurden dokumentiert und flossen direkt in die Weiterentwicklung der Zeitleiste ein.
Offene Erinnerungsräume
Wir verstehen beide Zeitleisten nicht als fertig oder abgeschlossen. Sie sind offene Erinnerungsräume und kollektive Wissensarchive. Durch neue Forschung, Rückmeldungen aus Communities und gesellschaftliche Debatten werden sie kontinuierlich weiterentwickelt.
Sie sind auch Werkzeuge für politische Bildung und gesellschaftlichen Wandel:
Rückmeldungen und Anregungen sind herzlich willkommen: info@withwingsandroots.com
Leitung Recherche, Konzeptentwicklung und Community-Beteiligung (Deutschland-Zeitleiste):
Olga Gerstenberger
Redakteur*innen:
Olga Gerstenberger, Christina Antonakos-Wallace, Serkan Demiral, Regina Knoll, Rachel Landry, Anna Baker und Lotti Schulz
Mitwirkende:
Stefania Animento, Christine Boelian, Anthony Chase, Kadija Diallo, Emily Hackerson, Lydia Galonski, Danielle Goonan, Lara Jacobs, Henriette Jankow, Maral Jekta, Alyssa Jocson, Laura Lambert, Karen Maniraho, Aseem Mehta, Maria Rutschke, Anna Schmitt
Akademische und community Berater*innen: Dr. Iman Attia, Dr. Alexandra Delano, Dr. Kien Nghi Ha, Dr. Maria do Mar Castro Varela, Dr. Marina Kaneti, Dr. Emily Thuma, Dr. Isidora Randjelović (RomaniPhen Archiv) und Dr. Manuela Bauche.
Ariela Kachmer (NY Coalition of Radical Educators), Beate Klammt (Anne Frank Zentrum), Berivan İnci (Antidiskriminierungsnetzwerk Berlin der Türkischen Union Berlin), Cigir Özyurt (Jugendtheaterbüro), David Lackey (Whirlwind Creative), Gülsah Stapel, Handan Kaymak, Jacob Langford, John Mukiibi (Antidiskriminierungsstelle Köln), Judith Rahner (Amadeu Antonio Stiftung), Julius Franklin, Kofi Ohene-Dokyi (Projekt JUMA), Nadine Golly (Leuphana Universität Lüneburg), Nursemin Sönmez, Nzitu Mawakha, Salma Rafiq-Haya (GLADT e.V.), Serdar Yazar, Seth Rader (James Baldwin School), Sharon Dodua Otoo, Tahir Della (Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland – ISD) und Yasemin Shooman (DeZim).
Übersetzer*innen:
Regina Knoll, Manjiri Palicha, Forrest Holmes, Jennifer Theodor, Marc Holland-Cunz, Paula Fuehrer, Ilka Russy, Simran Sodhi, Lotti Schulz
Mitwirkende Förderer:
Die Checkpoint Charlie Stiftung, Humanity in Action und die EVZ Stiftung

Diese Zeitleiste ist unserem geschätzten Mitarbeiter Serkan Demiral gewidmet, der während seines langen Kampfes gegen den Krebs viel Zeit für With Wings and Roots investierte. Unter anderem war er als Redakteur für die deutsche Zeitleiste tätig. Serkan bereicherte unser Team mit seinem scharfen Verstand, seinem großen Herzen, seiner unermesslichen Großzügigkeit und seinem wunderbaren Humor. Wir vermissen ihn sehr.
Diese Zeitleisten werden ständig weiterentwickelt. Wir freuen uns über Ihr Feedback und Ihre Mitarbeit: info@withwingsandroots.com

Lehrkräfte: Die Einträge der Zeitleisten können im Unterricht genutzt werden. Sie eignen sich als Startpunkt für Lektionen, zur Erklärung von historischen Zusammenhängen oder zusammen mit Originalquellen aus der Vergangenheit. So lassen sich viele verschiedene Blickwinkel auf die Geschichte von Migration und die Veränderungen in der Gesellschaft einbringen.
Schüler*innen:
Die Zeitleisten lassen sich Schritt für Schritt durchgehen. Man kann sie in der zeitlichen Reihenfolge erkunden oder nach bestimmten Themen und Zeitabschnitten suchen. Sie eignen sich als Hilfe für Forschungsprojekte, Referate und für die eigene Beschäftigung mit Vergangenheit und Gegenwart.
Interessierte:
Die Zeitleisten laden dazu ein, wichtige Momente der Migrationsgeschichte zu entdecken. Wir lernen dabei auch Sichtweisen kennen, die oft nicht erzählt werden oder die über bekannte Geschichten hinausgehen.
Forschende:
Die thematischen Schwerpunkte und ausgewählten Quellen bieten Anknüpfungspunkte für die Untersuchung von historischen Zusammenhängen und gesellschaftlichen Entwicklungen über lange Zeiträume. Verweise zu verwandten Themen und zusätzliche Materialien unterstützen tiefgehende Recherchen.
Es gibt zusätzliche Unterrichtspläne, Übungen und Anleitung für Gespräche. Diese geben Ideen für die Arbeit mit den Einträgen der Zeitleisten. Mehr Informationen und Materialien gibt es hier.
Es gibt interaktive Workshops für Schulen, Universitäten und Vereine. Diese Workshops helfen bei der Arbeit mit der Zeitleiste. Sie ermöglichen ein gründliches Arbeiten mit den Themen der Zeitleisten. Mehr Informationen gibt es hier.