Zeitleisten: Geschichte der Migration, Rechte und Zugehörigkeit

Migration bedeutet: Menschen verlassen ihr Land und leben in einem anderen Land. Das gibt es schon sehr lange. Es ist ein Teil der Geschichte von allen Menschen.

Aber über Migration wird viel gestritten. Viele Menschen reden darüber. Sie haben verschiedene Meinungen. Das ist bis heute so.

Wer darf reisen? Und wer bekommt Rechte?

Das ist eine wichtige Frage. Nicht alle Menschen dürfen in andere Länder reisen. Nicht alle bekommen die gleichen Rechte. Es wird immer gefragt: Wer gilt als Teil von einem Land? Wer gehört dazu?

Deutschland und die USA

In Deutschland und in den USA gibt es viele Debatten über Migration. Diese Debatten verändern sich. Früher ging es oft um “Rasse”, Kultur und Sprache. Heute geht es darum immer noch. Aber die Ideen darüber haben sich verändert.

Was zeigen die Zeitleisten?

Die Zeitleisten erzählen die Geschichte von Migration. Sie zeigen:

  • Welche Gesetze hat es gegeben?
  • Wie haben Menschen für ihre Rechte gekämpft?
  • Was hat die Welt verändert?
  • Welche Geschichten und Bewegungen sind entstanden?

All das wirkt bis heute nach.

Wer hat die Zeitleisten gemacht?

Viele Menschen haben zusammen gearbeitet:

  • Menschen aus Gruppen mit Migrationserfahrung
  • Schulen und andere Bildungsorte
  • Forscher*innen
  • Viele Ehrenamtliche

Sie haben die Zeitleisten gemeinsam entwickelt.

Deutschland

Deutschland

Erkunde wichtige Ereignisse der letzten 140 Jahre. Diese Ereignisse kommen in öffentlichen Diskussionen oft nicht vor. Sie reichen vom deutschen Kolonialismus über die Bürgerrechtsbewegung von Sinti*zze und Rom*nja bis hin zu den Kämpfen von Arbeitsmigrant*innen. Finde heraus, wie sich Menschen gemeinsam für ihre Rechte organisiert haben.
USA

USA

Erkunde, wie die Vereinigten Staaten in den letzten 500 Jahren bestimmt haben, wer dazugehört – von der Besiedlung durch Kolonialmächte, der Verdrängung indigener Bevölkerungen und der Sklaverei über Einwanderungsgesetze und Bürgerrechtskämpfe bis hin zu aktuellen Diskussionen.

Was ihr in jedem Eintrag findet

  • Datum oder Zeitraum
  • Ausführlicher Bericht (200–500 Wörter)
  • Wissenschaftliche Quellen und weitere Informationen
  • Bilder und Videos
  • Verwandte Ereignisse und Berichte aus unserem Archiv
  • Themen-Bereich

Was wurde berücksichtigt?

Folgende Punkte waren uns wichtig für die Zeitleisten:

  • Politische und rechtliche Entwicklungen
  • Soziale Bewegungen und Kämpfe um Rechte
  • Internationale Ereignisse, die mit Migration zu tun haben
  • Wie Medien über Migration berichten und öffentliche Diskussionen
  • Erfahrungen aus unserer Story Collection

Manche Themen fehlen oft in der Geschichtserinnerung. Für die deutsche Zeitleiste wurden besonders auch diese Perspektiven einbezogen:

  • Kolonialismus
  • Die Geschichte von Schwarzen
  • Die Geschichte von Sinti*zze und Rom*nja
  • Migration in der DDR
  • Kämpfe gegen verschiedene Formen von Rassismus und Antisemitismus

Kurze Erklärung, wie die Zeitleiste aufgebaut ist und welche Inhalte ihr dort finden könnt.

Hier erfahrt ihr, wie diese Zeitleisten erstellt wurden
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Wer hat diese Zeitleisten erstellt?

 

Die Idee für die US-amerikanische und die deutsche Zeitleiste kommt aus unserem gemeinsamen Ziel: Geschichten sichtbar machen, die in nationalen Geschichtserzählungen oft fehlen oder wenig Beachtung finden.

Beide Zeitleisten beschäftigen sich mit einer wichtigen Frage: Wie erzählen und erinnern wir Migration, Kämpfe um Rechte, demokratische Teilhabe und Zugehörigkeit? Welche Perspektiven werden dabei oft übersehen?

Von Anfang an waren der Austausch zwischen beiden Zeitleisten und gemeinsame Grundprinzipien wichtig. Aber ihre Entstehung ist unterschiedlich, weil sie aus verschiedenen gesellschaftlichen und politischen Situationen kommen.

US-amerikanische Zeitleiste

Für die US-amerikanische Zeitleiste gab es bereits viele Forschungsarbeiten, Community-Archive und historische Zeitleisten zu Migration, Bürgerrechtsbewegungen, indigener Geschichte und afroamerikanischer Geschichte. Wir mussten diese Materialien zusammenführen, auswählen und in neue Zusammenhänge stellen.

Viele ehrenamtliche Helfer*innen haben unterstützt. Sie haben recherchiert, Texte geschrieben, Inhalte aufbereitet und ihre eigenen historischen sowie community-basierten Perspektiven eingebracht.

Deutsche Zeitleiste

Die Entwicklung der deutschen Zeitleiste war ein grundlegendes Forschungs- und Entwicklungsprojekt. Als wir 2012 begannen, gab es keine ähnliche digitale Zeitleiste, die die Geschichte von Migration, Rechten und Zugehörigkeit in Deutschland zusammenführte.

Deshalb haben wir mehrere Jahre lang recherchiert. Wir haben wissenschaftliche und aktivistische Literatur, historische Quellen und bestehende Archive ausgewertet. Ziel war es, zentrale Themen, Zusammenhänge und einen konzeptionellen Rahmen für die Zeitleiste zu entwickeln.

Gemeinsam entwickelter Prozess

Der Prozess war von Anfang an gemeinschaftlich angelegt. Parallel zur Recherche haben wir Kontakte zu vielen migrantischen Selbstorganisationen, Initiativen, Wissenschaftler*innen und weiteren Expert*innen aufgebaut.

Entwürfe der Zeitleiste wurden regelmäßig geteilt, diskutiert und weiterentwickelt. Viele ehrenamtliche Mitwirkende haben durch Recherche, Textarbeit und inhaltliche Beiträge unterstützt.

Ihr Wissen, ihre Perspektiven und ihre unterschiedlichen biografischen sowie fachlichen Zugänge waren entscheidend. So konnten wir vielfältige Perspektiven einbeziehen, Lücken erkennen und die Zeitleisten aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Blickwinkeln gestalten.

Community-Feedback-Workshop

Ein wichtiger Schritt war ein Community-Feedback-Workshop. An ihm nahmen Vertreter*innen migrantischer und community-basierter Organisationen sowie Wissenschaftler*innen und Multiplikator*innen teil. Viele kamen selbst aus migrantischen Communities.

Gemeinsam diskutierten wir:

  • Welche Ereignisse wurden ausgewählt?
  • Wie werden sie dargestellt?
  • Welche Perspektiven sind sichtbar?
  • Welche fehlen?
  • Wie können Zusammenhänge gezeigt werden, ohne Hierarchien zu reproduzieren oder rassistische Muster zu verstärken?

Die Teilnehmenden identifizierten Lücken, hinterfragten bestehende Einordnungen und brachten zusätzliche Perspektiven ein. Die Ergebnisse wurden dokumentiert und flossen direkt in die Weiterentwicklung der Zeitleiste ein.

Offene Erinnerungsräume

Wir verstehen beide Zeitleisten nicht als fertig oder abgeschlossen. Sie sind offene Erinnerungsräume und kollektive Wissensarchive. Durch neue Forschung, Rückmeldungen aus Communities und gesellschaftliche Debatten werden sie kontinuierlich weiterentwickelt.

Sie sind auch Werkzeuge für politische Bildung und gesellschaftlichen Wandel:

  • Sie machen marginalisierte Erfahrungen sichtbar.
  • Sie stellen dominante Erzählungen infrage.
  • Sie schaffen Räume, in denen verschiedene Communities ihre Geschichte, ihre Kämpfe um Rechte und ihre Perspektiven auf Demokratie und Zugehörigkeit einbringen können.

Rückmeldungen und Anregungen sind herzlich willkommen: info@withwingsandroots.com

Leitung Recherche, Konzeptentwicklung und Community-Beteiligung (Deutschland-Zeitleiste):
Olga Gerstenberger

Redakteur*innen:
Olga Gerstenberger, Christina Antonakos-Wallace, Serkan Demiral, Regina Knoll, Rachel Landry, Anna Baker und Lotti Schulz

Mitwirkende:    
Stefania Animento, Christine Boelian, Anthony Chase, Kadija Diallo, Emily Hackerson, Lydia Galonski, Danielle Goonan, Lara Jacobs, Henriette Jankow, Maral Jekta, Alyssa Jocson, Laura Lambert, Karen Maniraho, Aseem Mehta, Maria Rutschke, Anna Schmitt

Akademische und community Berater*innen:                            Dr. Iman Attia, Dr. Alexandra Delano, Dr. Kien Nghi Ha, Dr. Maria do Mar Castro Varela, Dr. Marina Kaneti, Dr. Emily Thuma, Dr. Isidora Randjelović (RomaniPhen Archiv) und Dr. Manuela Bauche.

Ariela Kachmer (NY Coalition of Radical Educators), Beate Klammt (Anne Frank Zentrum), Berivan İnci (Antidiskriminierungsnetzwerk Berlin der Türkischen Union Berlin), Cigir Özyurt (Jugendtheaterbüro), David Lackey (Whirlwind Creative), Gülsah Stapel, Handan Kaymak, Jacob Langford, John Mukiibi (Antidiskriminierungsstelle Köln), Judith Rahner (Amadeu Antonio Stiftung), Julius Franklin, Kofi Ohene-Dokyi (Projekt JUMA), Nadine Golly (Leuphana Universität Lüneburg), Nursemin Sönmez, Nzitu Mawakha, Salma Rafiq-Haya (GLADT e.V.), Serdar Yazar, Seth Rader (James Baldwin School), Sharon Dodua Otoo, Tahir Della (Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland – ISD) und Yasemin Shooman (DeZim).

Übersetzer*innen:
Regina Knoll, Manjiri Palicha, Forrest Holmes, Jennifer Theodor, Marc Holland-Cunz, Paula Fuehrer, Ilka Russy, Simran Sodhi, Lotti Schulz

Mitwirkende Förderer:
Die Checkpoint Charlie Stiftung, Humanity in Action und die EVZ Stiftung

Zum Gedenken an Serkan Demiral
Zum Gedenken an Serkan Demiral

Diese Zeitleiste ist unserem geschätzten Mitarbeiter Serkan Demiral gewidmet, der während seines langen Kampfes gegen den Krebs viel Zeit für With Wings and Roots investierte. Unter anderem war er als Redakteur für die deutsche Zeitleiste tätig. Serkan bereicherte unser Team mit seinem scharfen Verstand, seinem großen Herzen, seiner unermesslichen Großzügigkeit und seinem wunderbaren Humor. Wir vermissen ihn sehr.

Diese Zeitleisten werden ständig weiterentwickelt. Wir freuen uns über Ihr Feedback und Ihre Mitarbeit: info@withwingsandroots.com

So nutzen Sie diese Zeitleisten am besten

Materialien

Es gibt zusätzliche Unterrichtspläne, Übungen und Anleitung für Gespräche. Diese geben Ideen für die Arbeit mit den Einträgen der Zeitleisten. Mehr Informationen und Materialien gibt es hier. 

Workshops

Es gibt interaktive Workshops für Schulen, Universitäten und Vereine. Diese Workshops helfen bei der Arbeit mit der Zeitleiste. Sie ermöglichen ein gründliches Arbeiten mit den Themen der Zeitleisten. Mehr Informationen gibt es hier. 

Machen Sie mit

unsere Arbeit