In den 1970er Jahren lebten immer mehr Kinder von Migrant*innen in Deutschland. Die Kultusministerkonferenz (KMK) gab Empfehlungen, wie diese Kinder in die Schulen integriert werden sollten. Dazu gehörten gemeinsamer Unterricht mit deutschen Kindern und spezielle Vorbereitungsklassen zur Sprachförderung.
Trotz dieser Empfehlungen entwickelten sich in den Bundesländern unterschiedliche Modelle. Es gab Förderkurse, Vorbereitungsklassen und sogar getrennte Klassen nur für Kinder von Migrant*innen. Viele Eltern und Regierungen der Herkunftsländer wollten nationale Klassen, um eine Rückkehr ins Heimatland zu erleichtern.
1976 und 1979 unterstützte die KMK diese getrennten Klassen, was die Trennung von Migrant*innenkindern und deutschen Kindern verstärkte. Die PISA-Studie von 2000 zeigte, dass Kinder von Migrant*innen in Deutschland oft schlechtere Bildungschancen hatten als andere.
Die haben das damals so gemacht, dass sie alle Ausländer in eine Klasse gesteckt haben. Das habe ich auch von anderen gehört.
- Milay
Geschichtensammlung with WINGS and ROOTS
Sources
Frank-Olaf Radtke. Migration - eine Herausforderung für das bundesdeutsche Schulsystem. In: Projekt Migration. Seiten S. 454-473..
Janina Söhn. Rechtsstatus und Bildungschancen. Die staatliche Ungleichbehandlung von Migrantengruppen und ihre Konsequenzen.. Wiesbaden: VS Verlag.
Schultz, Hans Jörg N. (1980): Apartheid in Mannheim? In: Die Zeit, 14.11.1980 Nr. 47..
Zimmer, Jürgen (1985): Die Solidarität beginnt vor unserer Haustür. In: Die Zeit, 1.3.1985 Nr. 10..
Additional Resources
Rassismus und Klassen-Raum. Segregation nach Herkunft an Berliner Grundschulen. sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung, [S.l.], n. 2, p. 61-78, Dez. 2013.