Nach dem Ende der Besatzung kehren viele Soldaten alleine in ihre Heimatländer zurück. Das sieht so aus, als ob sie sich nicht um ihre Kinder und die Frauen* kümmern, mit denen sie diese Kinder gezeugt haben. Aber viele Soldaten konnten ihre Familie nicht mit in die USA nehmen. Sie mussten bei der US-Armee um Erlaubnis bitten, eine deutsche Frau* zu heiraten, aber diese Anträge wurden fast immer abgelehnt, weil in den USA damals keine Ehen zwischen Schwarzen und Weißen erlaubt waren. Deshalb mussten die Väter allein zurückkehren.
Das Schicksal dieser Kinder wird auf beiden Seiten des Atlantiks diskutiert. Die Kinder, die in den USA als „brown babies“ bekannt wurden, wurden in Deutschland als fremd und nicht zugehörig angesehen. Auch sie erlebten Rassismus und wurden oft abwertend bezeichnet. In der BRD war die Gesellschaft noch sehr von rassistischen Vorstellungen geprägt und bestimmte Zugehörigkeit nach „Rassen“-Kriterien.
Wegen der Diskriminierung gründete die afro-amerikanische Journalistin Mabel A. Grammer ein Adoptionsprogramm, das als „brownbaby plan“ bekannt wurde. In diesem Plan wurden die Kinder von afro-amerikanischen Familien in den USA adoptiert, obwohl diese Familien vorher keine Adoptionsrechte hatten. Doch auch in den USA erlebten die Kinder weiterhin Rassismus. Viele dieser adoptierten Kinder fühlten sich fremd und wollten mehr über ihre Herkunft erfahren.
Einige Mütter, die ihre Kinder behielten, wurden alleinerziehend und zogen oft wieder zu ihren Eltern, um zu arbeiten, während die Großeltern sich um das Kind kümmerten. In vielen Fällen gab es keine Diskriminierung durch die Großeltern, weil diese Mütter oft dazu ermutigt wurden, Beziehungen mit Soldaten einzugehen, um Zugang zu Lebensmitteln und Gütern zu bekommen, die im Krieg schwer zu bekommen waren.
Es gibt inzwischen viele Bücher und Geschichten von ehemaligen Besatzungskindern, zum Beispiel von Thomas Usleber und Ika Hügel Marshall.