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Interview mit unserer Regisseurin Christina Antonakos-Wallace beim Human Rights Watch Film Festival 2020

2020-06-12

(Auszug aus dem Interview von 2020 von Women and Hollywood)

In einem Interview mit Women and Hollywood sprach Regisseurin Christina Antonakos-Wallace über den Entstehungsprozess von From Here, einem Dokumentarfilm über vier junge Künstler*innen und Aktivist*innen: Tania, Sonny, Miman und Akim. Der Film begleitet sie dabei, wie sie in den USA und in Deutschland mit Fragen von Identität, Zugehörigkeit und Migration umgehen. Über mehr als ein Jahrzehnt hinweg zeigt der Film nicht nur persönliche Entwicklungen, sondern auch politische Veränderungen, die Migrationspolitik geprägt haben.

From Here bringt eine globale Perspektive in Gespräche über Migration ein, die oft sehr eng geführt werden, erklärt Antonakos-Wallace. Sie wählte die Protagonist*innen wegen ihrer besonderen Perspektiven auf Zugehörigkeit aus. Jede dieser Personen bringe wichtige Einsichten in nationale Erzählungen über Migration und darüber mit, wer dazugehört und wer nicht.

Der Schnittprozess war eine der größten Herausforderungen des Films. Mit vier Protagonist*innen aus sehr unterschiedlichen Lebensrealitäten brauchte es Jahre der Verfeinerung, um eine gemeinsame Erzählung zu entwickeln. Es war komplex, die einzelnen Geschichten in ihrer Besonderheit zu würdigen und sie zugleich in einen gemeinsamen Bogen zu bringen, der zur Frage der Zugehörigkeit führt. Das Team musste die Tiefe der einzelnen Charaktere mit den größeren Themen des Films verbinden, damit das Publikum auch emotional Zugang findet.

Auch die Finanzierung war eine Hürde. Als Regisseurin ihres ersten Langfilms, ohne etablierte Unterstützung aus der Filmbranche, war es für Antonakos-Wallace schwierig, Fördergelder und institutionelle Unterstützung zu sichern. Sie bemerkte außerdem, wie wenige Filme unter weiblicher Leitung gefördert und ausgezeichnet wurden. Stattdessen wurde der Film durch Crowdfunding, private Spender*innen, vor allem Frauen, und ein engagiertes Team möglich, das Zeit, Herz und Arbeit eingebracht hat. Nicht Geld allein habe diesen Film möglich gemacht, sondern ein unglaubliches Team in den USA und Deutschland.

Neben den strukturellen Hürden der Filmbranche sprach Antonakos-Wallace auch über die Bedeutung von Repräsentation im Filmemachen. Für sie braucht echte Veränderung nicht nur vielfältige Geschichten auf der Leinwand, sondern auch eine Veränderung darin, wer die Möglichkeit bekommt, diese Geschichten zu erzählen. Wenn es Ressourcen gibt, sollten sie dafür genutzt werden, Frauen und trans Personen, People of Color, Menschen mit Behinderungen, queere Menschen, Mütter und andere marginalisierte Gruppen einzustellen und zu unterstützen.

Im Kern geht es in From Here darum, Erzählungen über Migration und Identität zu verändern. Antonakos-Wallace hofft, dass das Publikum mit einem tieferen Verständnis dafür geht, wie sehr wir alle miteinander verbunden sind. Sie möchte, dass Menschen spüren, dass wir alle dazugehören, und dass sie den Wunsch mitnehmen, für diese Zugehörigkeit zu kämpfen: für sich selbst, für ihre Liebsten und für Nachbar*innen nah und fern.

Das vollständige Interview findet ihr hier.